Freitag, 6. August 2010
„Le Seguiriya se canta...“
Zuerst war ich skeptisch, ob ich den Siguiriyas-Tanzkurs bei Fernando Galan buchen sollte. Zwar ist er ein toller Tänzer und Lehrer, jedoch wollte ich eher die fröhlicheren Tänze lernen wie z.B. die Solea por Buleria, die aber auf Fortgeschrittenen-Niveau angeboten wurde.

Die erste stunde hat meine Erwartungen übertroffen. Er übte den Rhythmus, dann ging es in den Tanz: Beginn, Markieren, Llamada und einen Remate. Er korrigierte unsere Fehler und ging insbesondere auf meinen Haltungsfehler ein.

Später kam noch Manuel Soto hinzu, der hinreißend sang – es war nur ein Satz, der er immer wiederholte, es begann immer melancholisch und wurde immer lauter und eindringlicher, bis es fast ein klagender Schrei wurde. Sofort setzt der Tänzer ein „antwortet“ durch eine Llamada. Diese is aber nicht zart und leiser, sondern schnell, laut und endet mit wuchtigen 3 Chaflans – ein wuchtiger und imposanter Beginn. Es geht weiter bis zum Remate, der „Verschnaufpause für den Sänger“.

Es war eine Seguiriya im traditionellen Stil, wo Gitarrenspiel, Gesang und Tanz perfekt aufeinander abgestimmt sind. Ich habe ja schon einmal eine Siguiriyas in Koblenz getanzt und wenn ich beides vergleiche, ist diese hier besser, weil sie den eigenartigen, „kopflosen“ Rhythmus so betont. Die andere Siguiriya hatte auch ihre Steigerungen, war für meinen Geschmack viel zu zart.

Zusätzlich kommt auch hinzu, dass sie nach Musik von der CD getanzt wurde. Hierbei muss erklärt werden, dass die allermeisten der CDs eigentlich schlecht die Struktur des Tanzes wiedergeben, was viElleicht daran liegt, dass Tänzer und Sänger sehr im Vordergrund stehen. Die Folge ist, dass in vielen deutschen Tanzschulen die Choreographien nicht an die Musik und somit nicht an die klassische Struktur halten. So entsteht ein schöner Tanz, aber die Schüler werden nicht in der Lage sein, frei mit einem Gitarristen zu arbeiten. Und genau diese Lücke füllen die Workshops aus. Der Flamenco-Sommer hat begonnen!

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