Montag, 2. August 2010
Wieso werden keine schöne Sevillanas unterrichtet?
Sevillanas sind kein Flamenco, sondern ein Paartanz aus Sevilla im ¾-Takt. Es gibt einen Grundschritt, 4 Strophen, man hetzt umeinander. Erotik? Für mich keine.

Das Schlimme ist, dass es aber auch sehr schöne Sevillanas gibt insbesondere solche, idie keine Unisex-Tänze sind: http://www.youtube.com/watch?v=84qdRkWWX9k , http://www.youtube.com/watch?v=czSEQcwX2II und http://www.youtube.com/watch?v=5XIOty_3uNE . Wieso wird so etwas nicht unterrichtet?

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Sonntag, 1. August 2010
Was ist Flamenco?
Flamenco ist kein Baile clásico español Wer sich für die Unterschiede interessiert, dem empfehle ich ein Video des klassischen spanischen Tanzes: http://www.youtube.com/watch?v=wJ9KCIcoXKQ Aber Flamenco ist kein Volkstanzmit Kastagnetten: http://www.youtube.com/watch?v=DRjQqtE2-zI


Wenn man einen Eindruck von Flamenco haben will, empfehle ich ein Blick auf die folgende Gala mit vielen jungen Künstlerinnen und Künstlern: http://www.youtube.com/watch?v=65Q0CLrggF4 Mit Favorit ist Manuel Linan mit seinen originellen Choreographien.

Für mich ist das ein Niveau, an das ich nicht herankomme. Derzeit arbeite ich an meinen Tänzen und insbesondere der Farruca. Nach dem letzten Auftritt habe ich relativ frei getanzt und möchte das ausbauen. Ich möchte ich mein Repertoire erweitern und baue noch einige Elemente von Pasa a Paso in den Tanz ein: Llamada y Cierre, das Markieren und ebenso die Escobillia, an denen ich noch viel zu üben haben werde. Ein ganz besonderes Thema ist noch „Ida & Cierre, da ich derzeit nicht weiß, wie ich das dem Gitarristen ankündigen soll. Ebenso ist das Thema „Subida“ insbesondere der Abschluss derselben immer noch ein Rätsel für mich.

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Montag, 19. Juli 2010
Feedback vom Sommerfest der Peña
In letzter Zeit bekam ich viel Feedback von meinen Mittänzerinnen im Bailando – und es war ausnahmslos positiv. Mich erstaunte das sehr, denn ich halte mich für keinen guten Tänzer. Der einzige Unterschied zwischen mir und den anderen Kursteilnehmerinnen ist, dass ich meine Bewegungen mit voller Absicht und einem gewussten Zweck durchführe. Wie kommt das? Ich habe kein männliches Vorbild, und so kann ich nicht die Bewegungen meiner Trainerin einfach kopieren, sondern ich muss versuchen, meinen eigenen Stil zu finden und versuche ihn auch, gemäß meiner Persönlichkeit und meinen Empfindungen zu interpretieren. Mir ist es auch zweitrangig, ob eine Technik nun absolut synchron ist oder nicht – sie muss zum Takt, zum Gesang und zum Palos stimmen.

Und gerade der letzte Punkt ist schwierig, denn nur wenn ich auch den Palos tanze, ist es traditioneller Flamenco. Um meine Fähigkeiten zu verbessern, habe ich im Männerkurs bei ElviraMaria in Darmstadt besucht und habe viele Inspirationen gewonnen. Zum einen habe ich begriffen, dass die Farruca sehr viel von der Stierkampfästhetik besitzt. Zudem hat die auch oft meine Haltung korrigiert – den Hinterkopf und das Kinn soll ich hoch halten. Beim Laufen ist das hintere Bein immer durchgestreckt, der Fuß bleibt am Boden, es sei denn bei dem typischen „Storchschritt“ der Farruca.

Weitere Elemente waren die Llamadas mit dem typischen Beginn – ein Golpe, bei dem ich den Fuß leicht nach außen anwinkele. Bei den Handbewegungen gibt es einen typischen Gummieffekt – die Arme sind oft am Körper. In größter Perfektion sieht man das bei Antonio Gades: http://www.youtube.com/watch?v=8_sWifNf_1s

Gestern hatte ich Möglichkeit, auf dem Sommerfest von Peña La Buleria die Farruca zu tanzen. Es war im zweiten Block, nachdem zuerst die Profis Frank Ihle und Ute van der Osten auftraten – Ute sang eine Farruca mit 3 Strophen, die mich wirklich mitrissen.

Als ich später die Farruca tanzte, war ich sehr aufgeregt, aber ich wollte auch zeigen, dass ich die Farruca liebe. Was ich mit Frank Ihle absprach, kündigte er auch gleich an: Es soll eine Farruca werden: Der Tänzer tanz und der Gitarrist folgt. Für mich war das ungewohnt – Frank spielte andere Melodiebögen, als ich erwartete und so musste ich viel improvisieren, aber es klappte besser als ich dachte.

Nachher kamen viele auf zu und sagten, dass es ihnen gefallen hat und dass ich auch besser geworden sei. Am Ende ließ ich mit auch zu einer Buleria hinreißen, die wegen des Rotweins nicht so viel mit dem Takt zu tun hatte, aber immerhin war meine Llamada exakt. Für meine erste Premiere im Foyer des Unterhauses war es gar nicht so schlecht.

Alles in allem war es ein tolles Sommerfest der Peña mit einem Flamencoflohmarkt, gutem Essen, netten Leuten und vielen sehr guten Darbietungen. Wenn ich mich an das letzte Sommerfest erinnere, an dem ich Mitglied von Peña La Buleria wurde, habe ich mich verbessert: Ich kann eine Farruca tanzen und löse mich langsam von der Choreographie. Ich suche meinen eigenen Stil und ebenso das traditionelle Flamenco. Und dank Peña La Buleria gewinne ich viele Anregungen.

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Sonntag, 9. Mai 2010
Die neue Mitte
Eine Sache, die mir bisher alle Trainerinnen gesagt haben, ist, dass ich ein Haltungsproblem besitze. Man korrigierte meine Haltung und gab mir Tipps, z.B. solle ich die Bauchmuskeln anspannen.

Jetzt hat es Elvira Maria aus Darmstadt geschafft, dass mir dieses Haltungproblem bewusst wurde und mir auch zeigte, wie mein Körperschwerpunkt liegen muss. Sie ließ mich einen Markierungsschritt machen, bei dem ich meinen vorderen Ballen belasten muss. Wenn ich den Fuß zurücknehme, darf ich nicht mit dem Oberkörper das Gewichts ausgleichen und zurückrudern, sondern muss die Position halten.

Für mich ist diese Haltung sehr ungewöhnlich und ich muss mich erst langsam an sie gewöhnen - also eine eine neue Mitte finden, wie es Elvira gesagt hat. Das wird viel Arbeit...

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Samstag, 8. Mai 2010
Farruca für Fortgeschrittene
Ich weiß nicht warum, aber in letzter Zeit hatte ich bei Workshops extrem Glück. Zuerst war es der tolle Solea-Workshop (http://flamenco.blogger.de/stories/1611457/ ) und an diesem Wochenende die Farruca von Elvira Maria in Darmstadt. Sie ist eine großartige Tänzerin und sympathische Lehrerin. Die Farruca tanzt sie extrem ausdruckstark und männlich, manchmal sehe ich einen spanischen Torero vor mir.

Tatsächlich nehme ich an zwei Workshops teil, einem für Anfänger und einen für Fortgeschrittene. Die Anfängerinnen schlagen sich gut – eine Frau tanzte praktisch das erste Mal Flamenco und kam gut mit. Aber auch mir tat eine Schulung der Grundlagen gut: Sie erinnerte mich, dass ich oft in Rückenlage komme besonders bei Latigos. Ich wurde erinnert, die Ellenbogen vorne zu halten, mehr Energie in die obere, zum Himmel gesteckte Hand zu legen, die Arme nicht wie für Frauen hinter den Kopf zu halten sondern vor denselben. Beim Markieren soll ich Gewicht auf den Ballen legen, aber zuerst den Körper bewegen. Auch auf die Oberkörperbewegungen wurde eingegangen.

Der Inhalt des Fortgeschrittenenkurs ist aber wirklich spektakulär. Elvira Maria übte mit uns einen freien Teil, bei dem wir mit relativ einfangen Schritten mit dem Rhythmus spielen können. Man kann mit der Geschwindigkeit variieren und auch frei improvisieren. Das ist natürlich genau das, wonach ich suche.

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Mittwoch, 28. April 2010
Gitarrenbegleitung
Flamencounterricht ohne Gitarrenbegleitung ist wie Spanien ohne Sonne oder wie Paella ohne Fleisch und Fisch. Natürlich geht es auch ohne, aber es fehlt etwas. Ich meine nicht die Möglichkeit, Tempi zu variieren, sondern er inspiriert die Tänzer und erinnert, dass Flamenco nicht aus dem Abspulen von Choreographien besteht. Heute habe ich das gemerkt, weil Frank zwar exakt den Tientos aus Solo Compas spielte, aber der Rest fehlte: Gesang, Palmas usw. Wir waren so auf die CD getrimmt, dass wir unsicher wurden und Fehler machten.

Aber genau das ist Flamenco. Was ist, wenn der Sänger eine Absprache vergisst und eine Strophe mehr singt? Und hier sieht man, dass es um mehr geht nämlich um künstlerische Freiheit. Und diese ist nur möglich mit Regeln, die die Zusammenarbeit ermöglichen.

Und hier bekomme ich mit den Reaktionen des Gitarristen mit, wenn ich Fehler mache aber ebenso, wenn er die Signale nicht erkennt. Und heute habe ich mal wieder gemerkt, wie wenig ich von der Struktur und den Eigenheiten des Tanzes weiss.

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Freitag, 23. April 2010
Tientos - Que tenga rejas de bronce
Nachdem ich in http://flamenco.blogger.de/stories/1620252/ die erste Strophe des Tientos beschrieben habe, bin ich nun bei der zweite Strophe fündig geworden:

Que tenga rejas de bronce
te voy a meter en un convento
que tenga rejas de bronce
que la gente no te vea
ni la ropita te roce


Nach dem es in der ersten Stophe um Appetitlosigkeit beim Essen ging, trägt man hier ein Gewand aus Bronze, ebenso spielen Klostermauern eine Rolle, während man beobachtet, wie Tauben Wasser trinken.

Ich hoffe, dass ich das halbwegs korrekt wiedergegeben habe.

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Donnerstag, 22. April 2010
Spanischer Bunch - ein Feedback
Auf http://www.sichtbar-mainz.de/gaestebuchread.php ist ein Gästebucheintrag, der den spanischen Brunch erwähnt. Viel Spaß beim Lesen und noch einmal vieln Dank an allle Beteiligten:

Wenn einem also Gutes widerfährt, ist das schon eine besondere Anmerkung im Gästebuch wert: So geschehen vergangenen Sonntag beim "Spanischen Brunch" in der Sichtbar. Neben der kulinarsichen Ausrichtung der Speisen (u. a. Serranoschinken & "Datiles con bacon") gaben der Gitarrenprofi, Sängerinnen wie Tänzerinnen u.Tänzer ihr Bestes, dem erstaunten Publikum authentsches spanisches Flair zu vermitteln. Das wilde Klacken der Tanzschuhe auf der Bühne riss regelmäßig die Gäste von ihren Tischen zur Bühne. Solch ein Feuerwerk von tänzerischer Anmut und subtiler Erotik wollte sich niemand entgehen lassen. Wäre schön, wenn die Truppemal wieder vorbeikäme. So kurzweilig und unterhaltsam war selten ein Brunch in der Bar-Jeder-Sicht.

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Dienstag, 20. April 2010
Tientos - Me llamaban a comer
Im Bailando in Mainz http://www.flamenco-mainz.de/ tanze ich derzeit neben dem Tango de Malaga einen Tientos nach der Musik von Arkangel aur CD von Solo Comaps.

Mir gefällt die helle, hohe Stimme von Arkangel sehr gut:
http://www.youtube.com/watch?v=n2qmxBwQF3g und
http://www.youtube.com/watch?v=K-NYQ39M-u4 .

Die erste Strophe des Tientos habe ich nun verstanden und Netz gefunden:

Me llamaban a comer
y a la mesa me sentaba
y acordandome de ti
la ganita se me quitaba


Wer kann mir bei der zweiten Strophe helfen?

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Dienstag, 13. April 2010
Spanischer Brunch - Teil 2
Es kommen noch einige Impressionen vom spanischen Brunch, von den Tänzern und Musikern des Vereins Pena Buleria: http://www.la-buleria.de/



Frank Ihle hat den Auftritt extrem souverän. gemanagt.



Das Tolle an der Veranstaltung war, dass es weitgehend ungeplant war. Es kamen einzelne Mitglieder, die sich einen Beitrag überlegt und es präsentiert haben. Es gab also weder ein festes Programm, noch sind wir eine Auftrittsgruppe.



Am meisten hat mir gefallen, dass alle Elemente des Flamenco vertreten waren: Tanz, Gesang, Gitarre & Cajon.



Ein Grund für den Auftritt war, dass ich auch einmal testen wollte, ob sich der dreieckige Bereich in der Bar jeder Sicht auch für Flamenco eignet. Meiner Ansicht tut sie das: Der Boden ist etwas dumpf, aber man hat genug Platz für den Tanz.



Ich könnte mir auch vorstellen, andere Flamencogruppen in die Bar einzuladen.



Am Ende haben wir alle den Applaus genossen.

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Montag, 12. April 2010
Tango de Malaga
In diesem Jahr tanze ich einen Tientos und einen Tango de Malaga. Gerade der letzte hat es mir angetan. Wir tanzen nach der Musik von Solo Compas, die ich mir sofort bei Olé España bestellt habe. Es ist eine der schönsten CDs mit einem sehr geschmackvollen Gitarrenspiel und dem Gesang von Arkangel:


No empleís la violencia!
No empleís la violencia,
diplomacia es lo mejor.
Que así se ganan las guerras
y ganar siempre es mejor.

Que así se ganan las guerras
y ganar siempre es mejor.
Adiós Málaga la bella!
Adiós Málaga la bella,
rincón de la barbería.
Que él que no tiene dinero
se afeita con agua fría,
que él que no tiene dinero
se lava con agua fría.

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Sonntag, 11. April 2010
Spanischer Brunch am 28. März
Ende Januar habe ich beschlossen, mir ein besonderes Geschenk zu machen: Ich wollte einen spnaischen Brunch veranstalten in der Bar jeder Sicht in Mainz: http://www.sichtbar-mainz.de Dazu berauchte ich noch einen Koch und zum Glück hat sich Tom beriet erklärt. Zusmamen haben wir uns einMenü überlegt: datteln im Speckmantel, maurische Hähnchenspieße, maurische Hackfleischbällchen, ein Meeresfrüchtesalat, Tortillas, weitere Salate und vieles mehr. Zum spanischen Flair benötigte ich dann noch Musik und Flamenco. Und so sprach ich den Vorstand von Pena Buleria an, ob sie mich unterstützen. Gleichzeitig habe ich das auch als eine tolle Vereinsveranstaltung gesehen: Amateure können auftreten und gewinnen Bühnenerfahrung, gleichzeitig kann man auch mal miteinander quatschen Tapas verschmausen. Ich habe mich sehr gefreut, dass der Vorstand es unterstützte und auch viele ihr Kommen ankündigten.

Tom hat Rezepte ausgesucht und wir sind zusammen einkaufen gegangen - und am Sonntag ging es schon um 8 Uhr los. Tom kochte mit 3 bis 4 Pfannen gleichzeitig, schnitt nebenbei das Gemüse, brachte die Gerichte raus und das alles in einem atemberaubendem Tempo.

Kurz vor 11 Uhr trafen dann auch die Familie Ihle an. Frank checkte die Technik, während ich bei den letzten Vorbereitungen half. Romana und Manuel von der Bar jeder Sicht managten souverän den Andrang, denn schon zuvor waren alle Plätze reserviert worden. Ich habe von zu Hause einige CDs von Ketama mitgebracht, die für spanisches Flair sorgten. Aber der das richtige Flair sollte erst noch kommen. Ursprünglich wollten wir nur zwei mal kurz tanzen, aber es hat uns gut gefallen, dass wir mit zwei kleinen Pausen durchtanzten. Das war auch kein Wunder, denn neben Frank an der Gitarre waren wir 2 Sängerinnen und ein Cajon-Spieler.



Ich begann mit einer Farruca, die ich bei einer letzten Vorführung vom Bailando getanzt habe. Dennoch gefällt mir das Ende der Choreographie nicht gut. Es kommt ein sehr schneller Fußteil, den ich nicht sauber hinbekomme. Ich empfinde den Tanz fast zu zart für eine Farruca, es fehlen ein paar männliche Akzente, mit denen zusammen es eine tolle Mischung gibt. Zudem fehlen mir die klassischen Llamadas mit Chaflan und ich wollte Tempovariationen und Subida tanzen. Für mich war das ein Experiment: Ich hatte die Farruca so noch nie getanzt und war mir auch nicht sicher, ob meine Signale so eindeutig zu interpretieren waren. Aber mit einem Profi wie Frank Ihle kann da nichts schiefgehen. Und siehe da: Ich tanzte einen Übergang, eine Llamada und stand auf der Bühne. Es war genau, wie ich es erhofft hatte: Ich stand und Frank wartete auf meinen Einsatz. Langsam, ganz langsam begann ich mit den Subida: Planta, Tacon, dann zwei Golpe mit dem anderen Fuß, später Variationen. Zum Ende eine Llamada und Schluß. Und es kam an. Mich spornte der Jaleo an: "Bien", "Farruca" - es war ein tolles Gefühl. Leider gab es keine Bilder - und nachher war ich schon ganz schön durchgeschwitzt.



Es folgten viele weitere Tänze und Gesänge: Alegrias, Tientos, Fandangos um nur einige zu nennen. Das Publikum war begeistert und genoss die Darbietungen.

Ganz besonders hat mir gefallen, dass das Publikum sehr gemischt war und auch einige Mittänzerinnen aus dem Bailando kamen; ebenso brachten viele ihre Kinder mit. Ich finde das eine gelungene Mischung: Die Bar jeder Sicht ist ein schwul-lesbisches Kommunikationszentrum, aber auch ein Anlaufpunkt für alle, die sich in der Neustadt für Kleinkunst interessieren oder einfach mal essen gehen wollen.

Da es allen Beteiligten gefallen hat, wird das sicherlich nicht die letzte Veranstaltung dieser Art sein.

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Montag, 5. April 2010
Paco de Lucia in München
Durch einen Zufall bekam ich Karten für ein Paco de Lucia-Konzert in München. Ich saß weit vorne und konnte die gute Akkustik in der Philharmonie am Gasteig genießen - ganz im Gegensatz zu dem italienischem Vapiano-Verschnitt, bei dem ich vorher gegessen habe.

Auf den ersten Blick wirkte es auf mich wie eine spanische Jam-Session. Sehr originell auch die Mundharmonika, die besser passte als das Keyboard. Die Stücke waren fetzig und souverän arrangiert: Solea por Buleria, Buleria, Alegria, Rumba... Die Sänger waren hervorragend, ich konnte aber kaum klassische Strophen hören, sondern sie ordneten sich der Band unter. Diese war so gut eingespielt, dass es fast schon langweilig war. Mir kam es so vor, dass sie die Ästhethik des Schreis zelebrierten.

Als Tänzer trat Farru auf, der kleine Bruder von Farruquito: furios, impulsiv, teilweise brilliant, aber er beendete die Takte kaum.

Mein Urteil: Es war packend und großartig. Dennoch liebe ich die kleineren Konzerte, bei denen man noch mit den Künstlern sprechen kann. In dieser Hinsicht bin ich durch den Verein Pena Buleria verwöhnt.

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Sonntag, 4. April 2010
Wie tanzt man eine Solea?
Für jemanden, der „nur“ wöchentlich in einem Kurs eine Choreographie erlernt stellt sich diese Frage nicht. Man folgt der Technik und lernt die Grundzüge eines Palos. Aber oft kann man sich erst ein Workshops tiefer mit der Materie beschäftigen.

Christiane "La Mona" aus Berlin hat gezeigt, wie man einen tollen Workshop hält, zwei Strophen, eine Falsetta und den Übergang zur Buleria einleitet – und dennoch die Struktur erklärt. Der Tanz beginnt mit dem Eingesang, bei dem ich die Bühne betrete – und wenn der Sänger mit der Strophe anfängt, steige ich ein.

Während der Strophe tanze ich und mit einer Llamada rufe ich die nächste Strophe. Ein Remate ist eine Art „Verschnaufpause“ für den Sänger, bei der er Luft holen kann. Als ich das Konzept zuerst nicht verstand, hat Christiane das an einem Beispiel gezeigt: Wir änderten den Ablauf und markierten, während der Sänger Manuel Soto eigentlich eine Llamada erwartete – als sie nicht kam, war er sehr überrascht, verhielt sich korrekt und begann nicht mit dem Gesang. Es dreht sich also alles um Kommunikation beim Flamenco.

Auch den Übergang zur Buleria wurde sehr genau erklärt.

Doe Solea wird sehr erdig getanzt, gleichzeitig streckt man sich nach oben. Da der Kopf die ganze Zeit erhoben ist, entsteht eine sehr königliche Haltung.

Der Impuls für einen Takt kommt mit der 12. Sehr typisch ist das Sammeln von Energie vor sehr kraftvollen und dynamischen Parts.
Energie sammeln und dann „ab“

Mir wurde ebenso empfohlen, die Armbewegungen vor den Körper durchzuführen und die
nach vorne und vor den Körper zu zu ziehen. Weitere Tipps für mich waren, beim reinen Bewegen der Hände den Fokus nur auf die Hände zu legen.

Ein weiterer Tipp speziell für die Solea war, dass der Körper sich immer weiter bewegt, es gibt keine Pausen.

Es war schön, auf der Fiesta de Cumpleano genau diese Solea noch einmal in Perfektion sehen zu können.

Diese Abendveranstaltung bildete das Ende der Feier des fünfjährigen Bestehens - genauer des fünften Gründungsjahres von Pena Buleria: http://www.frank-ihle-flamenco.de/WSsMrz10.html

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